Wie für viele junge Menschen beginnt der Nachrichtenkonsum auch bei uns nicht mehr auf klassischen News Webseiten, sondern direkt via Social Media. Kommunikation mit unseren Peer Groups ist uns – gelinde gesagt – wichtiger als das Ansteuern vieler verschiedener redaktioneller Seiten mit überwiegend One Way-Kommunikation. Also Zeit[1] und das eine mit dem anderen verbinden. Studien wie der Digital News Report 2026[2] oder der Jugend-Internet-Monitor[3] zeigen, dass Plattformen wie Instagram besonders bei jungem Nutzer*innen eine zentrale Rolle spielen. Auch wir merken im Alltag, dass wir Nachrichten oft zuerst auf Instagram sehen, manchmal bewusst, manchmal zufällig beim Scrollen.
Unsere Nachrichten beginnen im Feed
Wie bereits erwähnt ist Instagram für uns eine primäre Nachrichtenquelle. Besonders Accounts wie die ZIB[4] oder funk[5]schaffen es, Nachrichten so aufzubereiten, dass wir alle wichtigsten Informationen schnell erfassen und bei Interesse dann selbst weiter recherchieren.
Gleichzeitig fällt uns auf, dass nicht alle Accounts gleich wirken. Manche sind transparent[6] und verständlich[7], andere reißerisch[8] und unterhaltend[9]. Für uns macht genau das den Unterschied, wir vertrauen Accounts eher, wenn klar ist, woher Informationen kommen, und wer dahintersteht.
Woran wir gute Insta News erkennen
Mit der Zeit haben wir also gemerkt, dass wir bestimmten Accounts schneller vertrauen als anderen. Dabei geht es für uns weniger darum, perfekt objektive, letzte wichtige Nachrichten zu finden, sondern eher darum, ob ein Account transparent wirkt, wie zum Beispiel geo.wissen [10].
Besonders wichtig sind für uns: angegebene Quellen, nachvollziehbare Informationen ansprechende Visualisierung, sowie eine klare Trennung von Meinung und Nachricht. Ein guter Hinweis auf Super Insta News ist ein sichtbares Impressum oder Angaben in der Bio, welches Medienunternehmen dahintersteht.
Hilfreich fanden wir dabei auch Tipps von saferinternet [11], die erklären, wie man seriöse Inhalte in der vielfältigen Welt von Social Media besser einschätzen kann.
Nicht jede*r sieht dieselben Nachrichten
Bei unserem Nachrichten- und Social Media-Alltag ist uns aufgefallen, wie unterschiedlich Instagram für jede Person aussieht. Obwohl wir beide dieselbe App nutzen, bekommen wir teilweise komplett andere Inhalte vorgeschlagen. Das liegt nicht nur an unseren persönlichen Interessen, sondern auch daran, wie wir Inhalte wahrnehmen und mit ihnen interagieren. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass die Themen im eigenen Feed besonders wichtig oder allgegenwärtig sind.
Laut der Bundeszentrale für politische Bildung[12] wird die selektive Wahrnehmung durch den sogenannten Confirmation Bias[13] unterstützt. Das bedeutet, dass Menschen bevorzugt Informationen wahrnehmen, die ihrer Meinung entsprechen, was zu einer Bestätigung und Verstärkung der eigenen Position führt. Durch Algorithmen der sozialen Netzwerke, wie Instagram, wird genau dieser Effekt noch verstärkt und ist daneben auch das Business Model im Zuge der Werbevermaktung solcher Plattformen.
Wenn wir beispielsweise häufiger Beiträge zu Politik, Gesellschaftsthemen oder Medien nutzen, zeigt uns Instagram vermehrt ähnliche Inhalte an. Und der Feed passt sich schnell an, wir brauchen nur ein Reel zweimal anschauen und schon kommt noch mehr zu diesem Thema. Dadurch kann es passieren, dass wir bestimmte Perspektiven besonders oft sehen, während andere Themen kaum in unserem Feed auftauchen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Instagram als Nachrichtenquelle ungeeignet ist. Für uns zeigt es vielmehr, wie wichtig ein bewusster Umgang mit Plattform ist. Darum finden wir es hilfreich, verschiedenen Nachrichtenaccounts zu folgen und gelegentlich auch Inhalte außerhalb der eigenen Interessen anzusehen. So können wir vermeiden, dass unser Blick auf aktuelle Themen zu einseitig wird.
Gerade deshalb sehen wir Instagram für uns eher als Einstieg in ein Thema, statt als einzige Nachrichtenquelle. Die Plattform hilft uns, einen schnellen Überblick zu bekommen und auf Themen aufmerksam zu werden, über die wir anschließend bei Interesse noch in anderen Medien weiterlesen. Damit das gut funktioniert, achten wir bewusst darauf, welchen Accounts wir folgen. Transparent nachvollziehbare Informationen und journalistische Standards schaffen für uns Vertrauen und machen Instagram zu einer sinnvollen Ergänzung unsere täglichen Nachrichtennutzung neben der Kernfunktion: mit Menschen in Kontakt sein.
Quellenverzeichnis
[1] https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-09560-4[2] https://digitalnewsreport.at/[3] https://www.saferinternet.at/services/jugend-internet-monitor[4] https://www.instagram.com/zeitimbild/[5] https://www.instagram.com/funk/[6] https://www.instagram.com/zeitimbild/?hl=de[7] https://www.instagram.com/news_wg/?hl=de[8] https://www.instagram.com/heute.at/?hl=de[9] https://www.instagram.com/promiflash/?hl=de[10] https://www.instagram.com/geo.wissen/[11] https://www.saferinternet.at/fileadmin/categorized/Materialien/ISPA_Flyer_FakeNewsErkennen_kurz.pdf?no_cache=1[12] https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/soziale-medien/545800/mythos-filterblase-sind-wir-wirklich-so-isoliert/[13] https://en.wikipedia.org/wiki/Confirmation_biasÜber die Autoren

Lena Hinterecker
ist 23 Jahre alt und studiert Medienmanagement an der USTP im 4. Fachsemster. Sie zeichnet gerne und ihr Lieblings Insta-News-Account ist zeitimbild.
Kontaktoption: lena.hinterecker@gmx.net

Anna Kugler
ist 22 Jahre alt und studiert ebenfalls Medienmanagement an der USTP im 4.Fachsemester. Sie reist gerne und ihr Lieblings Insta-News-Account ist derstandard.at.
Kontaktoption: annakugler2412@gmail.com
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