Barbie kennt jeder. Schlank, hübsch-gekleidet, blondes Haar, makelloses Make-Up – eine Barbiepuppe, die vermeintlich perfekt ist. Doch ist dieses Ideal es wert, nachzuahmen oder reicht es heutzutage einfach nur sein Leben als Frau im Griff zu haben. Der Film „Barbie“ zeigt zwischen Glamour und Perfektion die erschreckende Realität mit allem, was dazugehört.
Pinke Utopie trifft harte Realität
Eine Stadt aus dutzenden Traumhäusern mit Gärten, Pools, Autos und allem, was zu Barbies Welt gehört. Das Setdesign und die Ästhetik des Filmes folgt ganz dem Motto: „Mehr ist mehr!“. Das spiegelt sich in den Outfits, den Requisiten und den Schauplätzen wider. Alles in Pink, alles in Glitzer und Glamour, alles sehr „mädchenhaft“, genau nach unserem Geschmack. In Barbieland leben alle jemals produzierten Barbies zusammen und die Aufmerksamkeit gehört ganz ihnen. Von Präsidentin über Astronautinnen hinzu Ärztinnen - alle Berufe werden von Barbies ausgeführt. Barbieland wird auch von Ken’s [1] bewohnt, deren einziges Ziel es ist, Barbies Aufmerksamkeit zu gewinnen und ihr Leben zu bereichern. Eigentlich läuft alles perfekt. Der Alltag im Barbieland besteht aus Routinen, stetig guter Laune und Sonnenschein. Doch eines Tages verändert sich das Leben der stereotypischen Barbie. Sie fällt vom Dach ihres Traumhauses, ihre Füße sind plötzlich flach – anstatt wie gewohnt auf den Fußballen zu stehen, als würde sie dauerhaft High Heels tragen, berühren sie nun vollständig den Boden, und ihre Alltagsroutinen wie Frühstück machen und duschen funktionieren nicht reibungslos.
Durch diese untypischen Anwandlungen, die Barbie bisher alle nicht erlebt hatte, kommt sie zu dem Entschluss, dass sie an einer Fehlfunktion leidet. Um der Sache auf den Grund zu gehen, muss sie ihre Besitzerin finden, dessen Spielzeug sie in der realen Welt ist. Auf ihrer Reise in die Realität begleitet sie Ken, da dieser während ihrer Absenz ohnehin nichts zu tun hätte. Angekommen in Los Angeles, genauer gesagt am Venice Beach, startet Barbies Abenteuer, sich in der Welt der Menschen zurechtzufinden und ihre Besitzerin ausfindig zu machen. Die Rolle des Mannes, die Berufe, die Lebensweise nicht zuletzt die Kleidung ermutigen Ken hinsichtlich dieser möglichen Lebensrealität der Männer Barbieland einen neuen Glanz zu verleihen – wir sagen dazu nur Patriachat [2]. Mit der erfolgreichen Identifikation der Ursache ihrer Fehlfunktion beginnt für Barbie unmittelbar die letzte Etappe ihrer Reise. Wie kann sie Barbieland wieder zurückerobern, nachdem Ken die pinke Utopie in eine Domäne der Männer verwandelt hat?
Wie Margot und Ruth den Film unsterblich machen
Obwohl zu Beginn der Zusammenarbeit zwischen dem Spielzeugunternehmen Mattel [3] und der Produktionsfirma LuckyChap Entertainment [4] andere Darstellerinnen für die Rolle der stereotypischen Barbie in Erwägung gezogen wurden, bekam schlussendlich Margot Robbie [5] die Ehre. Amy Schumer [6] und Anne Hathaway [7] waren anfangs Anwärterinnen auf die Rolle. Unserer Meinung nach hätten diese beiden Schauspielerinnen allerdings nicht hundertprozentig zu der frauenrollenkonformen Barbie gepasst, nicht zuletzt durch ihr Erscheinungsbild. Eine gelungene Besetzung der Rolle durch Margot Robbie empfinden wir auch durch ihre Position als Produzentin des Films, worin sie sowohl inhaltlich als auch visuell genaue Erwartungen an Barbie hatte und diese selbst am besten umsetzen konnte. Aufgrund von zahlreichen anderen Charakteren, die Robbie schon seit ihrem Debut des Filmes The Wolf of Wall Street [8] spielen durfte, ist uns klar, dass sie eine anpassungsfähige und talentierte Schauspielerin ist, die Barbie mit Abstand am besten verkörpert.
Margot Robbies schauspielerische Leistung ist allerdings nicht das einzige, woran wir die Glanzleistung des Filmes erkennen. Für uns ist der fake Cameo-Auftritt von Ruth Handler - der Erfinderin von Barbie Puppen – und gespielt von Rhea Perlman [9], eine Schlüsselszene. In einem Zimmer des Spielzeugherstellers Mattel treffen Barbie und ihre Erfinderin aufeinander und tauschen Emotionen, Erwartungen, und Ängste des Frauen-seins aus.

“Life in Plastic: It’s fantastic”
„Life in Plastic, it’s fantastic“ [10] – Wer kennt ihn nicht, den berühmten Barbie-Song?! Dieser Satz klingt nach einer perfekten Welt, doch genau diese Perfektion wird im Film hinterfragt. Wir finden, dass „Barbie“ zeigt, wie widersprüchlich die Erwartungen an Frauen heutzutage sind. Frauen sollen erfolgreich sein, selbstbewusst auftreten, gut aussehen, fürsorglich sein, Karriere machen und ganz wichtig, zugleich möglichst keine Fehler machen! Gerade die übertriebene Darstellung von Barbieland deutlich macht, wie unrealistisch viele Schönheits- und Rollenbilder sind.

Barbie begleitet Menschen bereits seit ihrer Kindheit. Auch wir als Autorinnen sind mit den Puppen, Filmen und dem typischen Barbie-Bild aufgewachsen. Gerade deswegen halten wir es für wichtig, dass der Film diese Themen aufgreift. Barbie hat über eine sehr lange Zeit ein bestimmtes Schönheitsideal vermittelt: jung, schlank, makellos und scheinbar perfekt. Der Film macht jedoch deutlich, dass Perfektion kein realistisches Ziel sein kann. Genau diese Botschaft macht „Barbie“ für uns zu einem Film, der einfach toll ist!
Quell- und KI-Nachweis
[1] https://barbie.fandom.com/de/wiki/Ken_(Figur)[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Patriarchat_(Soziologie)[3] https://shopping.mattel.com/de-de/collections/barbie[4] https://de.wikipedia.org/wiki/LuckyChap_Entertainment[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Margot_Robbie[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Amy_Schumer[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Hathaway[8] https://de.wikipedia.org/wiki/The_Wolf_of_Wall_Street_(2013)[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Rhea_Perlman[10] https://en.wikipedia.org/wiki/Barbie_GirlÜber die Autorinnen

Heidi Gundacker (20) und Dina Benayyad (21) studieren Medienmanagement im 4. Fachsemester an der University of Applied Sciences St. Pölten. Obwohl die beiden unterschiedlicher kaum sein könnten, verbindet sie ihre gemeinsame Kindheit mit Barbie. Bis heute bewahren beide ihre Puppen, samt Zubehör, Autos und Traumhäusern, auf. Barbie hat nicht nur ihre Kindheit geprägt, sondern verbindet bis heute die beiden Autorinnen und Generationen von Frauen auf der ganzen Welt.
Kontaktoption: Heidi mm241019@ustp-students.at & Dina mm241048@ustp-students.at
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